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Home Schriften Während dem Studium Bachelorarbeit II : Gödels ontologischer Gottesbeweis

Bachelorarbeit II : Gödels ontologischer Gottesbeweis

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Der zweite Teil der Arbeit über ontologische Gottesbeweise (und Gödels Beweis(e) im Speziellen) beschäftigt sich etwas allgemeiner mit der Thematik rund um das Funktionieren oder Nicht-Funktionieren dieser Beweise in der Geschichte sowie  den Begrifflichkeiten Notwendigkeit, Möglichkeit und Existenz.

Jene Gottesbeweise, die als erster Kant als ontologisch bezeichnet, haben bisher mindestens drei Rollen in der Philosophie gespielt:

  • Als Forschungsgebiet der analytischen Philosophie. Man interessiert sich dafür, ob das Argument folgerichtig im Rahmen einer bestimmten Logik ist. Welche Prämissen und Schlussregeln sind nötig, damit das Argument gültig ist? Sind diese Modellierungen plausibel? Welche Semantik liegt den verwendeten Symbolen zugrunde? Die Arbeit von Wolfang L. Gombocz kann als ein Beispiel dieser Art zählen. Er untersucht darin wie die Semantik des Existenzprädikats im ontologischen Argument modelliert wurde bzw. wie eine Logik beschaffen sein muss, um sie plausibel zu modellieren.
  • Als zentrales Argument für eine „rationalistische Metaphysik“, ohne dem kein a priori Bezug zwischen Denken und Wirklichkeit hergestellt werden kann. Diese Rolle findet sich bei Descartes, Leibniz, Wolff aber auch noch dem vorkritischen Kant: Das Argument wird als hoch relevant für die Philosophie eingestuft. Wolfgang Röd führt eine systematische und historische Analyse dieser Metaphysik durch und expliziert die Bedingungen, unter denen die Plausibilität des ontologischen Arguments nicht nur relevant, sondern zur Erhaltung einer bestimmten Vorstellung von Metaphysik vor allem des 17. und 18. Jahrhunderts konstitutiv ist.
  • Im Mittelalter tauchte die Frage der Gottesbeweise als heikler Spezialfall der Universalienfrage auf. Ein Spezialfall, weil es nicht um Allgemeinbegriffe überhaupt, sondern um den Begriff Gottes geht und man sich daran anschließend zwei Unterfragenstellen kann: Gibt es den Begriff (in welchem Sinne und braucht man dazu Erfahrung über die Welt?) und zweitens: Wenn es diesen Begriff gibt, hat man dadurch schon die Existenz Gottes? Heikel ist dieser Spezialfall, weil einem eine Position dazu, die Konzilbeschlüssen oder der Heiligen Schrift widersprach, leicht das Leben kosten konnte. Argumentationen dienten zur Verteidigung religiöser Inhalte und waren von den offenbarten Inhalten gewissermaßen abhängig. Gewissermaßen, weil es durchaus mittelalterliche Strömungen gab, in der rationalen Argumentationen Eigenständigkeit zugesprochen wurde. Die Gottesbeweise aus dieser Zeit (Anselm, Thomas von Aquin) sind ein zentrales Beispiel für den Versuch, Inhalte aus der Offenbarung durch Argumente einsichtig zu machen.


Vor dem Hintergrund dieser Rollen begegnet man Gödels jahrzehntelanger Beschäftigung mit dem Beweis und findet Charakteristika beider Rollen in seinen Notizen und den Biographien. Man findet bei ihm eine Mischform, in der die äußere Erscheinung seines Beweises ausschließlich durch die Konstruktion eines axiomatischen Systems gegeben ist. Diese äuße-
re Form ist aber, und das fehlt üblicherweise, wenn sich Philosophen ab dem 20. Jahrhundert mit diesem Argument beschäftigen, getragen von Grundprämissen des Rationalismus. Es ist zum Beispiel bekannt, dass Gödel an die Realität von idealen Wesenheiten glaubte, die nur durch den Verstand und dessen Intuitionen fassbar sind.

Diesen Rollen wird im Rahmen dieser Arbeit näher nachgegangen.

Anlagen:
Diese Datei herunterladen (goedel2.pdf)Bachelorarbeit_II_Goedels_ontologischer_Gottesbeweis.pdf[Bachelorarbeit II - Gödels ontologische Gottesbeweise]542 Kb25.12.2010 15:41