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Diskurssimulation und Analyse

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Vorwort:

Ich veröffentliche hiermit eine meiner älteren Schriften (05.03.2005), da ich denke, dass sie doch einen guten Einblick über die Problemstellungen, die mich beschäftigen, bietet. Die hier vorgeschlagenen Lösungen und Methoden decken sich natürlich nicht mit denen, die ich heutzutage versuche zu formulieren. Für mich als Autor, der seinen Text ca. 2,5 Jahre nach seinem Entstehen liest, bin ich immer noch beeindruckt, wie wenig ich von meinen zentralen Problemstellungen abgewichen bin, wie sehr sich aber die Termini und die Lösungsverfahren differenziert haben. Die Problematik von Denken im Verhältnis zum Handeln und zum sozialen Gefüge ist hier zwar noch nicht so stark ausgeprägt, aber dennoch gut erkennbar. Indem ich hier nämlich Fremdimpulsverfahren von Vorbildfunktionsverfahren trenne und danach durch das Kommunikations-&Komplexitätssteigernde Verfahren vereinige, versuche ich, verantwortungsvolles Handeln, zwischenmenschliche Kommunikation und rationale Denkprozesse zu versöhnen, wobei man bei "Koko^" bereits die Hinwendung zu systemtheoretischen Denkstrukturen erkennt.

Besonderes ins Auge viel mir auch die Form dieser Auseinandersetzung: das Dialektische, dialogartige Niederschreiben von verschiedenen, fiktiven Kommunikationspartnern, die durch den anfangs von der Kommunikation "ausgeschlossenen Dritten" eine Vereinigung finden. In diesem Sinne ist dieser Text auch ein evolutionär gedachter Ansatz, der die Hegelsche "Arbeit am Begriff" demonstriert, obwohl ich nicht glaube, dass ich mir damals dieser Analogie vollkommen bewusst war.

 

"Die Differenz zwischen Denkenden und Nicht-Denkenden Individuen ist keine objektive Tatsache sondern eine vom jeweiligen Individuum getroffene Beurteilung, die von anderen Individuen anders getroffen werden kann" Dieser Satz darf wohl in Anlehnung an den differenztheoretischen Ansatz von George Spencer Brown aufgefasst werden, wobei ich nicht sicher bin, ob ich damals schon mit ihm vertraut war. Zumindest könnte man sagen, dass es hier um die vom "Beobachter" getroffene "Interpunktion der Ereignisse" geht, um die Termini von Bateson und seinen Nachfolgern zu verwenden. Der letzte Diskussionsbeitrag von "A-KA0S" ist mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Bateson'sche Lektüre "Ökologie des Geistes" und James Lovelocks Buch "Das Gaya-Prinzip" beeinflusst.

 


 

 

These: Handeln ohne Rücksicht auf Verluste – Sagen, was zu sagen ist – mit dem Kopf durch die Wand? Ideen einfach aussprechen

 

AKA: Eben Erwähntes macht keinen Sinn, da durch ihren Vorschlag die Menschen nicht von sich selbst heraus zur Veränderung bewogen – sondern radikal auf diesen Lösungsweg gelenkt werden – Geduldiges Warten mit Vorbildfunktion ist die einzige Möglichkeit, die Menschen zu denkenden Individuen zu machen, um im nächsten Schritt die zur passenden Situation nötigen und individuellen Lösungswege zu finden

 

Konsens: effiziente Veränderung der gegenwärtigen Situation = Ziel
Weg: (Um-)Denkprozess aktivieren
Verfahren: Steht zur Debatte, wird im Folgenden formuliert

MAUZi: Aber sind doch Impulse, Handlungen, richtig und weise überdacht, nicht überhaupt für ein Umdenken notwendig? Außerdem kann der Impulsempfänger immer noch überdenken, ob er den Impuls verwendet oder nicht – Teilnahmslos zu warten, bis sich die Welt ändert, würde eben von Dummheit und Gleichgültigkeit zeugen, was niemals das Wesen des Veränderungsprozesses, dessen effiziente Umsetzung wir hier zu diskutieren versuchen, beschreibt – Es braucht den Mut, zu seinen durchdachten Gedanken und Ideen zu stehen, diese durch wohlüberlegte kleinere Impulse zum richtigen Zeitpunkt durchblicken zu lassen und allein ein ganzheitliches Vorbild abzugeben



AKA: Wenn die Impulse nicht von einem selbst kommen, ist der Lernerfolg von Fremdimpulsen gering – Vielleicht wird dieser eine erwähnte Impuls Verwendung finden, eine kettenartige Reaktion von logischen Weiterführungen dieses Impulses kann nicht erhofft werden, da der Ursprung des Impulses nicht direkt aus dem Individuum kommt– und individuelle Ideenfindung, zum Wohl des Individuums als auch des gesamten Planeten ist es doch, was einen effizienten Veränderungsprozess ausmacht, Gleichschalterei und Nivellierung bleibt keinem selbständig denkenden Menschen mehr unbeobachtet und hat gerade eben diese Diskussion notwendig gemacht

 

Konsens: nicht erkennbar

Verfahren: (Um-)Denkprozess starten durch a.) Fremdimpulsverfahren

b.) Vorbildfunktionsverfahren


MAUZi: Doch wer macht den ersten Schritt? Es braucht Impulse, zumindest Impulsversuche, wenn diese auch nicht unmittelbar verinnerlicht werden können, um ein Umdenken bzw. Einsetzen des Denkens, zu fördern. Alte Strukturen müssen gebrochen werden, für unsinnig und nicht zielführend erachtet werden.

 

AKA: Richtig, wer macht den ersten Schritt? Wenn nicht wir ihn machen, dann könnte unsere Gegenpartei diesen machen, radikale Impulse setzen und sich die Individuen wieder einmal gefügig machen, entgegen unserem Sinne…

 

MAUZi: FALSCH – Die Gegenpartei darf der andern nicht ohne Weiteres zustimmen – Experiment fehlgeschlagen

 

 

Resultat: Experiment abgebrochen – Aufwand scheint im derzeitigen Stadium  zu Hoch – emotionale Befangenheit am Experimenttag– Ermüdung einer der beiden Argumentationsparteien – diese ermüdete Partei schien etwas zu leicht zu beeinflussen, was womöglich auf persönliche Schicksalsschläge zurückzuführen ist…

 

Experiment wird fortgesetzt –

 

MAUZi (Wdh.): Doch wer macht den ersten Schritt? Es braucht Impulse, zumindest Impulsversuche, wenn diese auch nicht unmittelbar verinnerlicht werden können, um ein Umdenken bzw. Einsetzen des Denkens, zu fördern. Alte Strukturen müssen gebrochen, für unsinnig und nicht zielführend erachtet werden.

AKA: Es braucht ein selbständig vom Denken des Einzelnen motiviertes Aufbrechen dieser Strukturen – dies ist ein Kampf, den jeder selbst führen muss; es gibt keine Stellvertreter, die diese Aufgabe übernehmen könnten. Verantwortlichkeit gegenüber seinen sozialen und organischen Strukturen verbunden mit Unabhängigkeit im Denken ist es, was den wahren Menschen ausmacht. Versucht man, dies durch Lösungsvorschläge herbeizuführen, ist das Risiko einer Ideologie, die ganz nach dem Vorbild der Aufklärung endet, nach und nach ausgehöhlt wird, und sich schlussendlich als Selbstzweck zelebriert, zu hoch.

MAUZi: Es geht mit den Fremdimpulsen ja hauptsächlich darum, das Bewusstsein über die Notwendigkeit der Veränderungen zu erwecken. Impulse können einen Prozess nur starten – weitergeführt und ausgearbeitet werden müssen sie im Denken und Handeln jedes einzelnen Individuums – und somit sind deren Lösungen auch vielfältiger Natur. Letztere sind sogar bei Ihrer Theorie der Überzeugung durch Vorbild, von deren Effizienz ich noch nicht einmal überzeugt bin, nicht bewiesen, da bei einem idolhaftem Vorbild oft das gesamte Verhalten, mit all seinen Fehlern und Eigenheiten, gemimt wird und es das eigene Denken gerade deshalb nicht zulässt, zumindest einschränkt.

AKA: Sie missverstehen mich. Ich spreche hier weniger von Idolen, als von lebenden und denkenden Beweisen, die damit unsere Ideen, von deren Plausibilität Sie die Individuen erst mühsam durch Fremdimpulse (in Form von dekadenten und vielfach interpretierbaren Worten) überzeugen müssen, endgültig glaubwürdig und die beobachtenden Individuen nachdenklich machen. Bewunderung und Verehrung käme erst zustande, wenn sich das von ihnen titulierte Idol, dass ja des verantwortlichen Denkens und Handels weitgehendst mächtig ist, durch Idealisierungen und Glorifizierungen seiner eigenen Person eben zu diesem Idol emporheben würde. Durch unsere vereinbarte Fähigkeit des verantwortlichen Denkens würde sich diese Möglichkeit jedoch selbst ausschließen und bei Gefahr eines solchen Personenkultes entgegenzuwirken versuchen.

MAUZi: Doch wie weckt unsere denkende Person die Aufmerksamkeit anderer Individuen, die sich über seine Erhabenheit nicht bewusst sind und deshalb keine Motivation finden, sich näher mit ihr zu beschäftigen? Gerade eben, weil der (Um-)Denkprozess der Individuen weitgehend noch nicht gestartet, ja noch nicht einmal bekannt ist, wird es für die denkende Person schlechtestenfalls unmöglich sein, bestenfalls viel Zeit in Anspruch nehmen (was das gesamte Verfahren ineffizient macht), das Interesse der Individuen zu wecken. Nur unter zu Hilfenahme meines Fremdimpulsverfahrens ließe sich Ihr Verfahren realisieren, während das Fremdimpulsverfahren auch für sich alleine stehen kann…
Trotzdem erscheint mir eine Synthese beider Verfahren für zielführend…

AKA: Das Vorbildfunktionsverfahren nimmt es sich eben nicht zum Ziel, Leute gezielt anzusprechen. Das denkende Individuum handelt vernünftig, ohne den Hintergedanken, bei einem anderen Individuum den Denkprozess zu aktivieren. Genau das ist die Stärke gegenüber Ihrem Verfahren, denn die Authentizität des denkenden Individuums wird bewahrt, hingegen das Fremdimpulsverfahren das denkende Individuum mit aller Kraft veranlasst, andere Menschen von ihrer Genialität ihrer Impulse zu überzeugen und sie dadurch zum (Um-)Denken zu veranlassen. Ich kann mich bei ihrem Verfahren eines Vergleiches mit dem von Demagogen benutzten Manipulationsverfahren nicht erwehren, natürlich in stark gemilderter Form. Das letztgenanntes Verfahren den (Um-)Denkprozess geradezu hemmt, ist hinlänglich bekannt und bedarf keinerlei Erklärung. So bin ich also der Meinung, dass das Fremdimpulsverfahren Denken mehr suggeriert, als induziert. Gerade das eigenständige Produzieren von Impulsen beweist ja die Denkfähigkeit eines Individuums.

 

MAUZi: Wäre dem so, dann wäre jedes Verfahren, auch das Verfahren der Vorbildfunktion, zum Starten des (Um-)Denkprozesses hoffnungslos, da Impulse, in gewisser Weise auch von ihrem Verfahren ausgehen. Ihr Verfahren nutzt die Impulse, die durch die ganzheitliche Wirkung eines Individuums auf andere entstehen, während sich mein Verfahren mit der Verfeinerung der zwischenmenschlichen Kommunikation, mit Augenmerk auf die rationalen Argumente innerhalb der verbalen oder schriftlichen Kommunikation beziehen, aber beide Verfahren nutzen Fremdimpulse. Das denkende Individuum ist sich unter Verwendung des Fremdimpulsverfahrens dieses Effektes bewusst und versucht ihn zu kontrollieren sowie für die Induktion des (Um-)Denkprozesses zu nutzen.  

Würden die Individuen fähig sein, Impulse durch Einsatz ihres eigenen Verstandes zu erzeugen, bedürfte es diesen Diskurs ohnehin nicht.
Es stehen uns leider keine empirischen Daten für keine der Verfahren zur Verfügung, da ein solches Vorhaben, authentische individuelle Denkprozesse zu starten, und zwar mit dem Ziel, eine ganze Gesellschaft zu wandeln, bis dato noch nicht durchgeführt wurde. War es doch bis vor kurzem noch von Vorteil der Machthabenden, den Massen nur zu suggerieren, sie würden selbständig denken und entscheiden. Auf dem Servierteller präsentierte man ihnen Unmengen an Denkmodellen, Ideologien und Meinungen, die den Denkprozess redundant machten und ihn so allmählich zur Verkümmerung trieben.

Dies wird mit meinem Verfahren nicht bezweckt (um nun konkret zu Ihrem Vorwurf zu kommen):
Mir ist klar, dass Impulse von außerhalb immer mit der Vorbelastung, einem Manipulationsverfahren zu ähneln, behaftet sind, doch geht es bei der Art von Fremdimpulsen, die in meinem Verfahren übertragen werden, lediglich um die Botschaft, den (Um-)Denkprozess zu starten – andere Beeinflussungen (wie z.B. ideelle) werden nicht übertragen. Natürlich ist auch der Imperativ, den (Um-)Denkprozess zu starten, eine Beeinflussung, doch geht es in diesem Diskurs eben um die Effizienz dieser Beeinflussung, dies trifft auch bei Ihrem Verfahren zu. Bei Einhaltung, ideelle Inhalte nicht mit zu transportieren, ist die Effektivität des Fremdimpulsverfahrens eindeutig überlegen.

 




AKA: So wie Sie das schildern, scheint mir die Entscheidung, den (Um-)Denkprozess zu starten oder nicht zu starten, von ideeller Natur zu sein, was soviel bedeuten würde, wie dass die Möglichkeit einer Alternative gegeben sein muss, da Ideologien nur von einem archimedischen Punkt, von einer oder mehreren Betrachtungsweisen als richtig erscheinen, sie scheint also keine objektive Notwendigkeit oder Fähigkeit zu sein.  Da ihr Verfahren das Ziel selbst nur als ideelles erfassen kann so ist unter Verwendung nur des Impulsverfahrens Beeinflussung vorbestimmt, da sie, um ihr Ziel zu erreichen, dieselben Kommunikationswege wie das Vermitteln von ideellen Werten nutzt, sogar mit ähnlichen Methoden, was nun einmal den (Um-)Denkprozess hemmt. Zwischenmenschliche Überzeugungskraft und Redegewandtheit sowie rhetorische Fähigkeiten können somit in reiner Form nicht zum Herbeiführen unseres vereinbarten Zieles in Betracht kommen. Und so möchte ich ihr Postulat umkehren und selbst postulieren, dass das Fremdimpulsverfahren ohne das Vorbildfunktionsverfahren nicht auskommen kann, da es die Definition unseres Zieles aus nur einem Aspekt sieht. Das denkende Subjekt im Vorbildfunktionsverfahren hat alle Möglichkeiten – als Vorbild kann es sich als sich selbst bestimmendes Wesen sehen, dass sich nötigenfalls auch auf zwischenmenschlicher Ebene verständigen kann, aber nicht mit dem fixiertem Ziel, andere von der Notwendigkeit des (Um-)Denkprozesses zu überzeugen – dies soll unterbewusst ausgelöst werden und deshalb ist es auch nötig, dass sich das denkende Subjekt nicht allzu sehr auf die Aktivierung konzentriert.

So erscheint mir als einzige sich mir anbietende Möglichkeit , dass ein bereits denkendes Individuum anderen die in jedem Menschen innewohnende nur meist deaktivierte (Um-)Denkfähigkeit aufzeigen kann, ist durch die Repräsentation eines sich selbst bewussten, verantwortungsvollen und in sich stabilen Menschen in einer kleinen Gruppe im lokalen Umfeld. Mag sein, dass es in Anbetracht der Erfolgsquote, also der Zahl der Menschen, die durch das Verfahren zum (Um-)denken angeregt werden, ineffektiv erscheint, doch wird bei jenen Menschen, bei denen das Verfahren ihre Wirkung entfaltete, der vollwertige und unabhängige (Um-)Denkprozess aktiv, was mit einer fast völligen Immunität gegen das Manipulationsverfahren einhergeht. Jene nun denkenden Individuen geben nun auf die gleiche Weise ein Vorbild ab und bewirken in anderen oder derselben kleinen Gruppe einen weiteren (Um-)Denkprozess. Diese Eigenschaft meines Verfahrens nenne ich den AutoKognitionsTransfer

 

 

Experiment pausiert….


Zwischen-Resümee
: Ausbau und Evolution der jeweiligen Verfahren durch Kritik des Diskurspartners
es ist die Tendenz zu bemerken, das eigene Verfahren als überlegen zu bezeichnen, und die Unterschiede immer radikaler zu formulieren, um sich vom jeweiligen Konkurrenz-verfahren zu unterscheiden (ist diese Entwicklung wünschenswert – führt sie bei noch weiterer Polarisierung zwangsweise zur Synthese?)
Begründung: a.) bei Fremdimpulsverfahren:

-) Veränderung von zu anfangs kleineren Impulsen, die Ideen und Handlungsweisen nur durchblicken lassen, zu gut formulierten rationalen Aussagen, die keinerlei Vorschläge oder Handlungsweisen mehr durchblicken lassen, sondern das Aktivieren des  (Um-)Denkprozesses direkt ansprechen
-) Vergleich des Vorbildfunktionsverfahrens mit Personenkult

b.) bei Vorbildfunktionsverfahren:

-) Einräumen von der begrenzten Wirksamkeit des Fremdimpulsverfahrens (die den Denkprozess zwar nicht aktivieren, aber ein Argument plausibel erscheinen lassen) entwickelt sich zum Vergleich mit Manipulationsverfahren der Volksverführer

 

Beschreibung des Fremdimpulsverfahrens:
- zwischenmenschliche Kommunikation, mit dem Ziel, Menschen zum (Um-)Denken zu bewegen – Verwendung von rationalen Argumenten, Rhetorik

- Einschränkung: Transport von ideellen Inhalten nicht zulässig – Gefahr der Manipulation


(+): effektiv, da Aufmerksamkeit des Gesprächspartners direkt auf den (Um-)Denkprozess gelenkt wird – Überzeugungsarbeit leisten
(+): Synthese mit Vorbildfunktionsverfahren mit Einschränkung möglich, aber für dieses Verfahren wünschenswert
(-): Der (Um)Denkprozess wird hier verstanden als eine Entscheidung die nicht notwendig,
sondern nur aus einem gewissen Standpunkt heraus getroffen wird, da die Methode zwangsläufig durch einen ideellen Kanal, nämlich die verbale Kommunikation, vermittelt wird.

 

 

Beschreibung des Vorbildfunktionsverfahrens:
-denkendes Individuum versucht nicht durch Überredungskunst, den anderen zum Denken anzuregen – eher versucht es, durch verantwortungsbewusstes, kritisches und sozial tragbares Handeln ein mögliches, also durchführbares und vor allem in der Praxis bewährtes Verhalten aufzuzeigen, nicht direkt, um andere Individuen mit allen Mitteln für die Wichtigkeit des (Um-)Denkprozesses zu gewinnen, jedoch um beobachtende Individuen Mut zu geben, auf eigene Faust zu denken.
Methode:
- keine direktes Aufzeigen der Dringlichkeit, zu denken – „Beispielhaftes Vorzeigen“
- verantwortungsbewusste, kritische und sozial (zumindest) tragbare Lebensweise
- Personenkult verhindern (keine großen Reden – Arroganz und Hochmut ablehnen)
- Fragen zur Lebensweise auf derselben Ebene, wie der Fragesteller beantworten
- jedes denkende Individuum kann wiederum für andere Vorbild sein (AutoKognitionsTransfer)
- geringe Erfolgsquote wird durch diese qualitative und schwer umzukehrende Art der Aktivierung des (Um-)Denkprozesses mehr als ausgeglichen


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Externe Ansätze zur Entscheidungsfindung:

http://www.zeitzuleben.de/inhalte/beruf_karriere/arbeitsmethoden/entsch_1_einfuehrung.html
Augenmerk auf die intuitive Methode - Visualisierungsübung / Träume!

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A-KA0S: Nach Rezipieren dieser Diskussion stellt sich mir die Frage, ob nicht der gesamte Ausgangspunkt, einen (Um)-Denkprozess, wie immer praktisch realisiert, nötigerweise zu starten, um „die Umstände zu verbessern“ nicht etwas hochmütig formuliert wurde, denn wie kann sich das denkende Individuum über den Wahrheitsgehalt seiner Denkprozesse, über die Sinnhaftigkeit seiner für ihn wichtigen Werte, Verhaltensweisen und Meinungen, sicher sein? Wie kann er den egozentrischen Ansatz überhaupt wagen, als Messias, als Weltverbesserer aufzutreten und zu versuchen, Veränderungen auf die für wohl nur ihn bessere Weise herbeizuführen. Das würde für das „denkende Individuum“ (ich muss den Begriff nun unter Anführungsstrichen erwähnen) eine Art temporären Solipsismus bedeuten, einer Weltsicht, die behauptet, es allein wäre das einzige denkende Individuum, und zwar so lange, bis andere Leute ein Verhalten an den Tag legen, das dem des „denkenden Invididuums“ ähnlich ist, oder eines, das es zumindest gutheißt.
Beide von Ihnen ausgeführten Verfahren scheinen diesen Ansatz auf eine gewisse Art und Weise und mit verschiedener Intensität zu implizieren. Die Differenz zwischen Denkenden und Nicht-Denkenden Individuuen ist keine objektive Tatsache sondern eine vom jeweiligen Individuum getroffene Beurteilung, die von anderen Individuuen anders getroffen werden kann. Natürlich denke ich, dass, verehrte Kollegen, Ihre Absichten gut waren, doch betrachten Sie auch bitte die Konsequenzen für die Gesellschaft, würden ihre Verfahren wirklich realisiert werden, zu Ende. Welche Folgen hätte es, würde jeder sich als überlegen gegenüber den anderen fühlen. Trotz der Eindämmungsversuche, die Probleme ihrer Verfahren aufzuheben und zu maskieren (Idolbildung im Vorbildfunktionsverfahren und demagogische Ansätze im Fremdimpulsverfahren) würde die Situation, hätte eine ganze Gesellschaft Ihre Verfahren verinnerlicht, einem Zustand, wie dem im dritten Reich ähneln. Zumindest könnten ihre Verfahren, werden Ihre guten Absichten nicht direkt erkannt, als Anleitung dienen, wie man am besten Führer eines großen Reiches wird – Adolf Hitler hätte es nicht besser beschreiben können. Inakzeptanz und der Versuch, andere, um jeden Preis von ihrer Meinung zu überzeugen (wenn auch im Fremdimpulsverfahren eingeschränkt, da ideelle Botschaften nicht übertragen werden sollen (!) – dies aber bei Kommunikation immer geschieht, auch, wenn Sie sich noch so dafür aussprechen, dass es ihnen nur um den Prozess der Veränderung geht, wie auch immer geartet. Im Vorbildfunktionsverfahren ist die Überzeugungsarbeit mit dem Wunsch behaftet, diesen Prozess zu verselbständigen (AutoKognitionsTransfer) und an andere weiterzugeben, auch Vorbild zu sein. Dieser Wunsch ist ja an sich schon eine Tendenz in die, wie ich finde, richtige Richtung, doch ist auch dieses Verfahren bei jedem guten Willen nicht in der Lage, Personenkult zu verhindern. ) erkennt man doch Unzulänglichkeiten für die Problemlösung, da die Begriffe, sowie die Fragestellung das Problem noch gar nicht in ihrer vollen Tragweite erfassen.

Ich sympathisiere zwar mehr mit Ihrem Verfahren der Vorbildfunktion, werter Kollege AKA, jedoch mit der Einschränkung, dass Sie sich den zwischenmenschlichen Problemen, denen der verbalen Kommunikation, nur sehr wenig widmen, diese als trivial erachten und den Beobachtungsprozess der anderen Individuen überschätzen. Auch Kollege MAUZi hat diesen Fehler erkannt, da er nicht einsehen konnte, wie Sie die Aufmerksamkeit auf das „denkende Individuum“ mit Ihrem Verfahren realisieren können. Mir erscheinen all Ihre Begriffe „denkendes Individuum“, „(Um-)Denkprozess“, „Vorbild“, „FremdImpuls“ unpassend und für das eigentliche Problem, so wie es sich mir innerhalb dieser Gesellschaft offenbart, blind zu sein. Die Implikationen dieser Begriffe führen dann in eben diese ich würde fast sagen faschistoide Richtung

Ich würde deshalb vorschlagen, eine andere Frage, als „Wie kann ich den (Um-)Denkprozess anderer Menschen starten“ zu stellen. Eine, die folgendermaßen aussehen könnte: „Wie kann ich die Kommunikation mit meinen Mitmenschen, mit meiner Umwelt; wie kann ich Kommunikation generell verbessern?“ Die Frage geht also von einer ganz anderen Sichtweise unseres Problems aus, bettet es quasi in eine jede vorzufindende Situation ein, da sich nun für das „denkende Individuum“, ich will es im Folgenden als „kommunizierendes Individuum“ bezeichnen, das Problem nicht als Beobachter zeigt, dass von einer höheren Ebene auf die Handlungen von und auf den Menschen selbst herabsieht, sondern als Teilnehmer eines Kommunikationsprozesses, eines Energieaustausches, der den inneren Zustand der Beteiligten in verschiedenster Weise verändert, dadurch zu weiterer Kommunikation ermutigt, die wiederum Zustände verändert. Das Ziel einer „besseren“ Kommunikation wäre „höhere Komplexität“ der inneren Zustände der Denkeinheit. Denn diese Denkeinheit provoziert Menschen zu Handlungen. Je komplexer und höherer Art diese Einheit ist, desto sinnvoller, sinnvoller im Kontext des eigenen Systems jedes „kommunizierenden Individuums“, werden die Handlungen.


Konsens: nicht erkennbar – noch keine Möglichkeit der Verteidigung

SyntheseVersuch, von einem, im Disput noch nicht beteiligten, jedoch mit-beobachteten Kalküls..  Verwendung von neuen Begrifflichkeiten – Problem wird neu interpretiert und definiert


AKA-MAUZi: Ein, wie ich finde, ganz interessanter Ansatz, der, wie sich mir die Sachlage nun darstellt, unsere beiden Verfahren zu vereinen trachtet und neuen Schwung in den Disput bringt. Doch ganz so einfach scheint es mir nicht zu sein, da Sie, wertes A-KA0S, noch nicht dargelegt haben, mit welchen Mitteln sie Kommunikation verbessern, zu höherer „Komplexität“ treiben wollen. Ihre theoretische Prämisse, die nicht die inneren Prozesse eines einzelnen Individuums in den Vordergrund stellt oder verabsolutiert, sondern den Kommunikationsprozess zweier Personen, oder sagen wir sogar einer ganzen Gesellschaft, scheint durchaus zielführend zu sein. Doch wie will Ihr Verfahren, Kommunikations-&Komplexitätstreibendes Verfahren (KoKo^) denkende Individuen motivieren, sich im Kommunikationsprozess zu beteiligen, wenn sie sich doch nicht sicher sein können, ob ihr Wunsch, den (Um-)Denkprozess zu verändern und in eine gewisse, dem Individuum für erstrebenswert erscheinende, Richtung zu treiben, legitim ist, oder ob der aktuelle Zustand nicht ohnehin gut genug ist und ein Umdenken zu keiner Verbesserung führt. Will sagen: Werden mit der Umsetzung von KoKo^ noch Veränderungen erfolgen können, oder wird Resignation, stärker als zuvor um sich greifen und all unser guter Wille, der Gesellschaft zu einem Wendepunkt zu verhelfen, wäre für die „Katz“?

A-KA0s: Zunächst möchte ich Ihnen danken, meinem Verfahren einen Namen gegeben zu haben. KoKo^ - Kommunikations-&Komplexitätstreibendes Verfahren. Sie haben scheinbar verstanden, worauf ich hinaus will. Doch andererseits habe ich den Eindruck, dass sie noch nicht mit meinen neuen Begriffen zurecht kommen, und wieder der Versuchung erliegen, ihre alten Begriffe vom „denkenden Individuum“ oder vom „(Um-)Denkprozess“ zu verwenden, der sie dann natürlich für manche Lösungen blind macht. So will ich auf Ihren Vorwurf, mein Verfahren könnte Resignation, nicht Kommunikation fördern, eingehen:

Natürlich müssen „kommunizierende Individuen“ an ihre Ideen und an der Fähigkeit, Probleme auf ihre Art wahrzunehmen, glauben, sonst lägen wir tatsächlich dem Problem der Resignation auf. Man darf nicht vergessen, dass Kommunikation immer mit Differenzen verbunden ist. Man könnte folgende Analogie zur Veranschaulichung bringen: Strom kann innerhalb eines Stromkreises nur fließen und eine Lampe zum Glühen bringen, wenn 2 unterschiedliche Potentiale vorhanden sind. Wären bei der Stromquelle die Potentiale gleich, könnten sich Elektronen nicht über die Leitung bewegen, über den Verbraucher und zurück zum Gegenpotential der Stromquelle. Der Stromkreis würde seinen Zweck nicht erfüllen. Ähnlich verhält es sich bei einem Kommunikationsprozess – es muss immer gewisse Ungereimtheiten geben, damit Kommunikation überhaupt stattfinden – und ihren Sinn, höhere Komplexität zu erreichen, erfüllen kann.
Akzeptieren Individuen diese Prämisse, sind sie gern bereit, ihren eigenen Standpunkt offen zu legen, aber, bei ausreichenden und für sie stimmigen Argumenten, eben diesen auch zu verändern. Kommunikation erscheint für sie gerade dann sinnvoll, wenn ihr eigener Standpunkt sich als nicht ganz stimmig erweist.

 

AKA-MAUZi: Sie widersprechen sich. Zunächst behaupten sie, man müsse unsere eingeführten Begriffe wie „denkendes Individuum“ und „(Um)Denkprozess“ verwerfen, da sie zu ideell, überheblich und narzisstisch sind. Auf der anderen Seite sollen die Individuen, um Resignation zu verhindern, von der Wahrheit ihrer Meinungen ausgehen, stillschweigend natürlich. Innerhalb der Kommunikation gibt man sich als neutraler zu allem offener Gesprächspartner, der beteuert, durch gute Gründe würde er seinen Stanpunkt schon ändern.

 

A-KA0S: Wahrheit! Diesen Begriff sollten wir vergessen. Er suggeriert nämlich, dass es jemanden geben kann, der diese Wahrheit besitzt. Nun ist es aber so, dass diese Wahrheit nicht ein einzelnes Ich „haben“ kann, und dass sie auch nicht statisch und unveränderlich wäre. Wir müssen unseren egozentrischen Stanpunkt verlassen. Gut, das entspricht nicht unseren abendländischen Traditionen, auf denen unsere derzeitige Zivilisation aufgebaut ist. Doch die Einheit des Geistes ist nicht das Individuum, sondern der Kommunikationsprozess, der sich stetig verändert, nicht nur Polartig von JA zu NEIN, sondern stufenförmig durch Ebenen. Unsere Sprache selbst ist für solche Beschreibungen leider unzureichend, man muss hier beginnen, in Gleichnissen und Metaphern zu stammeln, um überhaupt klar zu machen, was vorgeht, wenn Leben sich vollzieht. Diese Strukturen, zum Beispiel die Differenzierung von Zellen, oder die Entwicklung von Pflanzen, die Entwicklung eines Embryos; hier verändern sich die Dinge nicht kontradiktorisch, und nicht nur quantitativ sondern qualitativ. Eine Sonnenblume wendet ihre Blüte zur Sonne. Das ist keine Anpassung an die Umwelt, sondern eine gemeinsame Adaption, eine Homöostase. Ich behaupte, in unserem Bewusstsein setzt sich diese Struktur fort, nur mit einer höheren Komplexität. Dank ihr können wir ganze Sonnenblumenfelder anbauen und roden, Waldbrände verursachen, das gesamte Weltbild verändern. Doch diese radikalen zielgerichteten, ich möchte fast sagen krampfhaften Veränderungen erscheinen mir gerade als die ersten Zuckungen dieser Struktur, so als ob sie sich erst einüben müsste. Wer sagt, dass wir losgelöst sind von der Welt, von ihrer Abhängigkeit, spricht durch die ersten Gehversuche dieser hochkomplexen Struktur unseres Bewusstseins. Gerade Vernetzung, Interaktion und Abhänigkeit erlauben es uns ja überhaupt, von unseren Fähigkeiten Gebrauch zu machen. Die Sprache wird sich verändern und dadurch unsere Haltung. Wir werden das Wort „Wir“ nicht mehr als „wir Menschen“ verstehen, sondern damit den ganzen Planeten einbeziehen“. Jedes Lebewesen agiert in ihrer Endlichkeit in der für das Lebewesen selbst unzählbar vernetzen Gesamtwelt. Wir beeinflussen alles, was es gibt. Das Bewusstsein selbst hat als Grundlage das Unterbewusste, nicht zielgerichtete. Wenn Bewusstsein und Unterbewusstsein miteinander agieren, entsteht Kreativität. Bewusstsein alleine lässt uns vielleicht Kriege führen oder Berechnungen durchführen oder Analysen erstellen, doch es bedarf der Interaktion mit dem Unterbewusstsein, dass viel mehr über die unüberschaubare Vernetzbarkeit der Welt mit allem, was es gibt, um ein tiefes Verständnis dessen, was wir heute ganz unzureichend „Wahrheit“ nennen, zu bekommen.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 18. Februar 2010 um 21:21 Uhr